Dr. Dirk Brandis – Ziele und Kooperationspartner

Forschungsinteressen

  • Biogeografie, Systematik und Morphologie von Süßwasserkrabben
  • Evolution der Fortpflanzungsapparate der Brachyuren
  • Fortpflanzunfgsbiologie der dekapoden Krebse
  • Neozoische Decapoda der Nord- und Ostsee- Verdrängungseffekte, Besiedlungsgeschichte und Differenzierung
  • Systematik, Evolution und Phylogenie der Brachyuren
  • Funktionsmorphologie ausgewählter Organe von Crustaceen
  • Dekapodenfauna der Ostsee,  ihre Herkunft und Dynamik
  • Kulturgeschichte von Krebsen in der Antike


Ziele
Krebse sind die größte Gruppe der Gliedertiere im Meer. Neben einer hohen Artenzahl (ca. 50.000 beschriebenen Arten) fallen Krebse durch einen extrem plastischen Bauplan auf. Die kleinsten Gliedertiere (< 1mm) sowie die größten (Spannweite 4m) gehören dazu. Manche Arten sind als Endoparasiten so abgewandelt, dass sie ohne weiteres gar nicht mehr als Tiere erkennbar sind. Krebse sind außerdem eine sehr alte Gruppe. Krebsartige Gliedertiere lassen sich bereits aus dem Kambrium (ca. 570 Mio Jahren) nachweisen. Ihr Alter sowie ihre oft kleinräumige Einnischung machen Krebse zu idealen Studienobjekten, wenn es um Artbildungsprozesse und Evolutionsprozesse in unterschiedlichen Zeitaltern geht.

Zu den artenreichsten (ca 14000) und ökologisch erfolgreichsten Taxa gehören die zehnfüßigen Krebse (Decapoda), die eine Vielzahl von aquatischen und terrestrischen Lebensräumen von der Tiefsee bis in die Baumkronen tropischer Regenwälder besiedelt haben.

Ziel unserer Forschungsprojekte ist es, auf taxonomischer und biogeographischer Ebene Beiträge zum Verständnis dieser Vielfalt zu liefern. Eine wesentliche Basis ist dabei die morphologische Grundlagenforschung an Merkmalen und Strukturen. Wir wollen  ausgewählte Organsysteme funktionsmorphologisch verstehenund ihre unterschiedlichen Ausprägungen in einen evolutionsbiologischen Kontext stellen. Dabei kommen lichtmikroskopische, elektronenmikroskopische sowie molekulare Methoden zum Einsatz, sowie seit neuestem die Anwendung bildgebender Verfahren wie MRT.

Ein weiterer Schwerpunkt sind Krebse der Ostsee. Hier geht es um Besiedlungsgeschichte, Artbildungsprozesse und Neozoen, ihre Einwanderungsgeschichte und ihre Speziations- bzw Einnischungsmechanismen. Hier werden eine Reihe von Krabben- und Garnelenarten genauer untersucht. Hier ist eine enge Zusammenarbeit mit Populationsgenetikern und anderen molekularbiologischen Fachkollegen notwendig.

Kooperationspartner Kiel
Prof. Günther Hartl
Prof. Stanislav Gorb
Prof. Susann Boretius, Institut für Diagnostische Radiologie, Sektion Biomedizinische Bildgebung
PD Dr. Christoph Schubart, Universität Regensburg
Prof. Michael Türkay, Forschungsinstitut Senckenberg, Frankfurt a. M.
Dr. Sebastian Klaus
Dr. Rafa Lemaitre
Dr. Paul  Clark
Dr. Chris Tudge
Prof. Henrik Glenner

Kooperationspartner Kulturgeschichte der Krebse
Veronika Rücker, Frankfurt a.M.
Anais Schuster
Prof. Marion Gindhart, Universität Mainz
Prof. Jan Stenger, FU-Berlin

Zusätzliche Informationen