Museumsnacht, Fr. 30.08.2019

Lange Nacht der Museen 2019

Älter als die Dinosaurier
Die geheimnisvolle Welt der Gliedertiere

Insekten, Krebse, Spinnentiere und Tausendfüßer sind die Mitglieder eines der ältesten und erfolgreichsten Tierstämme der Erde: die Gliederfüßer, auch Arthropoden genannt. Ihr verbindendes Merkmal ist ein harter Außenpanzer aus vielen Chitinringen und Beine, die sich aus einzelnen Gliedern zusammensetzen. Seit eine halben Milliarde Jahren beherrschen sie den Globus. ¾ aller Tierarten gehören zu den Gliedertieren und man findet sie überall in den undenkbarsten Lebensräumen der Erde! Sie bewohnen die kochend heißen Schwarzen Raucher der Tiefsee, das Eis der Polarmeere, aber auch die lebensfeindliche Wüste Sahara. Insekten haben als geniale Luftakrobaten den Luftraum erobert, auch im Boden und in den tiefsten Höhlen sind Gliederfüßer zu finden. Zusätzlich haben Gliederfüßer eine einzigartige Formenvielfalt hervorgebracht: Riesige Krebsscheren, farbenprächtige Flügel und andere bizarre Körperformen. Mit ihren Beinen sind sie Alleskönner: Laufen, Klettern, Springen, Zupacken, Winken, Geige und Gitarre spielen, Graben, Schwimmen, Pistole schießen und Seide spinnen!

In der Langen Nacht der Museen dürfen Besucher*innen auf Entdeckungsreise durch die Welt der Gliedertiere gehen. Lebende urzeitliche Krebstiere, Plankton, farben-reiche Flügel von Schmetterlingen und die Fußsohle eines Blattkäfers können mit dem Mikroskop erforscht werden. Mit etwas Glück lassen sich in Moospolstern urzeitliche Bärtierchen entdecken, deren direkte Vorfahren bereits vor über 500 Millionen Jahren die Meeresböden bewohnten und die Weltmeister im Austrocknen sind. Außerdem gibt es Erlebnisse im Dunkeln, Filmsequenzen (z.B. zu Unterwasser-Pistolenschüssen und den schnellsten Bewegungen im Tierreich), Bildershows und die Möglichkeit zu malen und zu basteln.

Neue Ausstellung seit Sa, 01.12.2018

F Cerambyx regalis

„F." – Schatztruhe und Fenster in die Vergangenheit

Die Insektensammlung von Johann Christian Fabricius

Die 250 Jahre alte Insektensammlung von Johann Christian Fabricus ist ein einzigartiges Dokument Kieler naturwissenschaftlicher Forschung. Sie ist bis heute eine der international bedeutsamsten Sammlungen und spielt auch in aktueller Forschung noch eine wichtige Rolle. Im Jahr 2017 kam die Sammlung nach mehr als einem halben Jahrhundert aus dem Zoologischen Museum der Universität Kopenhagen zurück. Aus diesem Anlass zeigt das Museum in einer neuen Ausstellung die Geschichte und historische Bedeutung der Fabricius-Sammlung und beleuchtet das damalige wissenschaftliche Umfeld von Fabricius und der Kieler Universität.

TV-Interview zu „Artensterben“

TV-Beitrag über das Zoologische Museum der CAU zu Kiel, Interview mit Insektenforscher Prof. Michael Kuhlmann zur Frage „Vor welche Probleme stellt uns das Artensterben?", NDR-Mediathek, Schleswig-Holstein-Magazin, 18.12.2017, 19:30 Uhr, 00:06:20 - 00:08:08

Mitarbeiter des Zoologischen Museums durch Benennung einer Seidenbienenart geehrt

web colletes kuhlmanniweb zool museum kiel kuhlmannIn der Ausgabe der Fachzeitschrift „Zootaxa“ vom 14. Dezember 2017 (http://www.mapress.com/j/zt/article/view/zootaxa.4364.1.1) wurde eine neue Seidenbienenart aus Chile zu Ehren von Prof. Michael Kuhlmann durch einen Fachkollegen mit Colletes kuhlmanni benannt. Prof. Kuhlmann ist Kurator für Insektenkunde am Zoologischen Museum der CAU und langjähriger Experte für diese mit über 500 Arten sehr artenreichen Bienengruppe, die fast weltweit verbreitet und auch in Deutschland vertreten ist.
Die Benennung einer Art nach einer Person ist eine besondere Auszeichnung, die laut Widmung in Anerkennung seiner profunden Kenntnisse und des Engagements bei der Erforschung der Seidenbienen erfolgte.

Bildnachweise:
Foto Biene: Ferrari, R.R. (2017): Taxonomic revision of the species of Colletes Latreille, 1802 (Hymenoptera: Colletidae: Colletinae) found in Chile. Zootaxa 4364: 1-137.
Foto Kuhlmann: M. Kuhlmann (bei Feldarbeiten in Südafrika)

Kieler Nachrichten: „Der Bienen-Versteher“

Michael Kuhlmann ist Insektenexperte am Zoologischen Museum in Kiel – Jetzt trägt eine Art sogar seinen Namen. Zeitungsbericht, Kieler Nachrichten, 12.03.2018

Zusätzliche Informationen